Im Januar trafen sich in Berlin 45 Fachkräfte zum fachlichen Austausch über internationale Schülerprogramme. Gastgeber waren weltweiser, DFH Highschool und AJA, die unterschiedliche Interessengruppen vereinten. Thomas Terbeck lieferte aktuelle statistische Einsichten zu Ausreisen und Einreisen für 2024/25. In intensiven Diskussionsrunden tauschten sich Teilnehmer über den USA-Austausch, Visabestimmungen und transatlantische Beziehungen aus. Zusätzlich beleuchteten zielgerichtete Workshops das World Storyteller-Projekt, mentale Gesundheit, KI-gestützte Abläufe, umfassende Gastfamilienunterstützung sowie politische Bildungsinitiativen und interkulturelle Sensibilisierung.
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weltweiser, DFH Highschool und AJA organisieren Konferenz für Austauschfachkräfte
Am 21. und 22. Januar trafen sich in Berlin etwa 45 Experten verschiedener Austauschorganisationen zur 17. Fachtagung Schüleraustausch, die gemeinsam von weltweiser, dem Deutschen Fachverband Highschool und dem AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch durchgeführt wurde. Unter der Leitung von AJA stand die Veranstaltung im Zeichen Erfahrungsaustauschs zu aktuellen Herausforderungen, künftigen Entwicklungen und praxisorientierten Ansätzen für den internationalen Schüleraustausch und bot Raum für intensive Gespräche. Zudem wurden zukunftsweisende Modelle und Methoden diskutiert.
Erhebungen von weltweiser zeigen Ausreisewachstum und Einreise-Rückgang für 2024/25
Thomas Terbeck von weltweiser präsentierte umfassende Zahlen für das Programmjahr 2024/25: Während die Ausreisequote im Vergleich zum Vorjahr leicht ansteigt, verzeichnen Einreiseprogramme weiterhin einen Rückgang. Diese detaillierte Analyse unterstützt Austauschorganisationen dabei, Entscheidungsvorlagen und Planungsprozesse zu untermauern. Durch gezielte Auswertung können Ressourceneinsatz und Kapazitäten besser auf Prognosen abgestimmt werden. Die Daten bilden eine wesentliche Grundlage, um Programmgestaltung, Marketingstrategien und Budgetzuweisungen für kommende Austauschjahre datengestützt zu optimieren. Zusammen ermöglichen sie fundierte Maßnahmenplanung.
Neue Visaregeln und transatlantischer Austausch im Dialog von Experten
Im Diskussionsforum erörterten Scott Weinhold von der US-Botschaft, Constanze Sietz von TravelWorks und Mareike von Raepke von YFU unter dem Leitgedanken „USA-Austausch quo vadis?“ zentrale Fragestellungen zum Schüleraustausch in die Vereinigten Staaten. Die neuen Visabestimmungen hatten im vergangenen Sommer Unruhe bei Jugendlichen und Organisationen ausgelöst. Weinhold betonte jedoch, dass die Visaerteilung größtenteils reibungslos erfolge und unterstrich die langfristige Relevanz des Programms für die transatlantische Partnerschaft. Zudem wurden Perspektiven intensiv diskutiert.
Junge Perspektiven weltweit: World Storyteller sammelt eine Million Berichte
Mit dem Projekt „World Storyteller“ initiierte Chris Arnold, Geschäftsführer von Made Impact, eine groß angelegte Sammlung von Schülererfahrungen. Unter dem Leitspruch „International exchange is the best long-term strategy for prosperity and peace“ strebt die Kampagne danach, eine Million unterschiedlicher persönlicher Berichte zusammenzutragen. Diese werden systematisch erfasst und archiviert, um Lehrkräften, Forschern sowie der Öffentlichkeit einen authentischen Einblick in interkulturelle Begegnungen zu bieten und den Dialog über kulturelle Vielfalt aktiv voranzutreiben.
Fachkräfte diskutieren Fair Play, Konkurrenz und Selbstreflexion in Austauschprogrammen
Das Veranstaltungsprogramm inkludierte umfassende Sessions zur mentalen Gesundheit von Jugendlichen, in denen psychologische Unterstützungsmodelle und Ressourcen vorgestellt wurden. Zusätzlich wurden innovative Verfahren der Künstlichen Intelligenz im Austauschmanagement diskutiert, um organisatorische Abläufe effizienter zu gestalten. Ein Schwerpunkt lag auf der systematischen Begleitung von Gastfamilien sowie der Vermittlung politischer Bildung. Experten führten vertiefende Diskussionen, Abgeschlossen wurde die Fachtagung durch Debatten über Wettbewerbsdynamiken, Fair Play und die Bedeutung fortlaufender Selbstreflexion aller beteiligten Anbieter.
Gemeinsamkeiten von Nonprofit und Wirtschaft sichtbar durch Austauschformat betont
Laut Jan Schütte, Geschäftsführer des AJA, habe die Kombination aus Programmgestaltung und passender Location ermöglicht, fachliche Impulse zu setzen, Diskussionen anzuregen und Netzwerke zu knüpfen. Er wies darauf hin, dass das Format bewusst gestaltet wurde, um Synergien zwischen gemeinnützigen und kommerziellen Austauschorganisationen sichtbar zu machen. In Zeiten politischer Herausforderungen sei der direkte Austausch unter Teilnehmern unerlässlich, um gemeinsame Strategien zu entwickeln und das Vertrauen über sektorale Grenzen hinweg zu stärken.
Enge Partnerschaften und Networking fördern interkulturelle Verständigung und Entwicklung
Die Fachtagung in ihrer siebzehnten Auflage zum Schüleraustausch lieferte umfassende Datenauswertungen, innovative Projektvorstellungen und intensive Diskussionsrunden. Teilnehmer Austauschorganisationen erhielten zielgerichtete Empfehlungen für die Optimierung und den Ausbau ihrer Programme sowie den strategischen Aufbau nachhaltiger Partnerschaften. Im Fokus standen Qualitätsentwicklung, Effizienzsteigerung und Professionalisierung von Abläufen. Die enge Zusammenarbeit zwischen gemeinnützigen und kommerziellen Anbietern wurde gestärkt. Weiterhin förderte die Veranstaltung interkulturelle Sensibilität, Toleranzbildung und die ganzheitliche Entwicklung junger Menschen unter globalen Rahmenbedingungen.

