Mit ihrem Gutachten zum Hochschul-Technologietransfer stellt die EFI-Kommission einen konkreten Zeitplan vor: bis 2026 sollen dauerhafte Finanzierungsinstrumente etabliert sein, bis 2028 eine ganzheitliche Transferstrategie greifen und Schutzrechtsverhandlungen messbar verkürzt werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen orientieren sich an BIO Deutschland, zielen auf eine feste Verankerung der Third Mission und die Gewinnung von Industrieexpertinnen und -experten ab. Das übergeordnete Ziel bleibt ein effektiver Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis. Marktorientierung, Kooperationen, Transparenz und Nachhaltigkeit.
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Neue Empfehlungen fördern Ausgründungen und Expertengewinnung mit dauerhafter Budgetierung
Die EFI-Kommission hat in ihrem Bericht 2026 Vorschläge vorgestellt, um den Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Anwendungspraxis deutscher Hochschulen zu stärken. Zentral ist die institutionelle Verankerung des Wissenstransfers als gleichberechtigte dritte Mission neben Forschung und Lehre. Empfohlen werden gesicherte Haushaltsmittel aus regulären Budgets sowie ein akteursoffener Gesamtprozess, der unterschiedliche Transferwege bündelt, mit standardisierten Schutzrechtsverfahren arbeitet und den Abschluss von Lizenz- oder Patentverträgen deutlich beschleunigt um Spin-offs effizient unterstützen Innovationszyklen verkürzen.
Langfristige Budgets für Transferabteilungen sichern biotechnologischen Fortschritt an Universitäten
Laut Thomas Hanke, Co-Leiter der AG Technologietransfer bei BIO Deutschland, muss der biotechnologische Technologietransfer als dritte gleichwertige Aufgabe neben akademischer Lehre und Forschung an Hochschulen etabliert werden. Er bezeichnet Ausgründungen als Grundpfeiler für innovative Wertschöpfung und fordert daher stabile, langfristige Finanzmittel für Transferbüros. Darüber hinaus empfiehlt er, gezielt Fachkräfte mit einschlägiger Industrieerfahrung einzustellen, um Transferprojekte in ihrer Vielfalt und ihrem Umfang kontinuierlich effektiv messbar zu halten.
Holistische Hochschulstrategie integriert Forschung, Lehre und Transfer als Einheit
Im Gutachten wird eine ganzheitliche, offene Transferarchitektur empfohlen, die unterschiedliche Pfade für den Wissenstransfer wie Lizenzierungen, Kooperationen und Spin-offs integriert. Birgit Kerber, Leiterin der Technologietransfer-AG, fordert die Einführung standardisierter Abläufe und Musterverträge, um langwierige Verhandlungen über geistiges Eigentum zeitlich einzudämmen. Sie betont, dass eine pauschale Standardlösung nicht praktikabel sei, doch ein flexibles Regelwerk den Überblick stärkt und Abläufe transparenter sowie berechenbarer macht und gleichzeitig Raum für innovative Hochschulprojekte effizient schafft.
Kompetenzteams mit Industrieexpertise treiben effizienten Wissenstransfer an deutschen Hochschulen
Mit Blick auf BioNTech zeigt Kerber, wie Hochschulforschung effektiv in industrielle Anwendungen gelangt, wenn Unterstützer Strukturen vorhanden sind. Sie fordert daher den Ausbau permanenter Transferinstitute und gesicherter Finanzierungsquellen, damit wichtige Forschungsergebnisse ohne Verzögerung in Produktentwicklung übergehen. Modellverträge standardisieren Verhandlungsprozesse, schaffen Transparenz und reduzieren Aufwand. Langfristig garantierte Budgets bieten Teams Planungssicherheit und ermöglichen die gezielte Rekrutierung von Fachspezialisten, die Innovationen rasch in marktfähige Lösungen transferieren und stärken so nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit.
Biotechnologie-Patentanmeldungen bleiben in Deutschland seit Jahren weiterhin unzureichend niedrig
Nach Ansicht von Viola Bronsema, Geschäftsführerin von BIO Deutschland, verzeichnet Deutschland im internationalen Ranking der Biotechnologie-Patentanmeldungen eine schwache Position und hat innerhalb der letzten zehn Jahre kaum Fortschritte realisiert. Sie begrüßt die Ausrichtung des Gutachtens auf die Hightech-Agenda und setzt auf einen beschleunigten Technologietransfer, mit dem Hochschulergebnisse schneller in wirtschaftliche Anwendungen überführt, die Innovationskraft gesteigert und die Stellung deutscher Unternehmen im globalen Biotechmarkt gestärkt werden können. Kooperationsnetzwerke seien essenziell.
EFI-Empfehlungen etablieren Third Mission als gleichberechtigte Hochschulaufgabe für Technologietransfer
Die richtungsweisende Umsetzung der EFI-Empfehlungen etabliert dauerhafte Strukturen und zuverlässige Finanzierung für den universitären Technologietransfer. Durch die Stärkung der Third Mission als gleichwertige Aufgabe neben Forschung und Lehre entsteht ein klares Mandat für Wissensverwertung. Eine holistische Transferstrategie deckt alle Pfade von Lizenzvergaben bis Ausgründungen ab. Beschleunigte IP-Prozesse und standardisierte Verträge verringern administrative Hürden. Hochschulen binden Industrieexperten ein, intensivieren Kooperationen und verbessern Planungs- und Innovationssicherheit, um Deutschlands Biotechnologieführerschaft zu stärken.

